Projekt: Peru 2008 ein voller Erfolg

Die Teilnehmer des Projekts: Peru 2008

Nach knapp sechs Wochen Rundreise durch Peru sind alle Teilnehmer des Projekts: Peru 2008 zufrieden und gesund nach Deutschland zurückgekehrt. Das Projekt war ein voller Erfolg: wir haben in Lima zwei soziale Projekte besucht, sind in Tarma auf 3700 Höhenmeter geklettert, haben im Hochurwald entspannt und in Huancayo einen Theaterworkshop organisiert. Zum Abschluss der Reise waren wir in Cuzco und bei Perus bekanntester touristischen Attraktion: Machu Picchu. Von Yannick Jochum.

Knapp einen Monat nach der Rückkehr aus Peru finde ich endlich die nötige Zeit und Ruhe, unsere Reise durch Peru Revue passieren zu lassen und die Erlebnisse zusammenzufassen. Das Wichtigste zuerst: Für mich persönlich war es eine sehr schöne, ereignisreiche und in jeder Hinsicht horizonterweiternde Erfahrung. Dennoch gab es einige Momente, in denen Stress und Anstrengung Überhand genommen haben- dies lag aber vor allem an meiner Funktion als Organisator und Reiseleiter (in Personalunion).

Mit Erkältung in den Süden

Beim Zwischenstop in Atlanta

Los gings am 16. Februar 2008 um 9:45h ab Frankfurt. Wir sind mit Delta Airlines circa zehneinhalb Stunden nach Atlanta (USA) geflogen, hatten dort etwa drei Stunden Aufenthalt und sind dann weiter nach Lima, wo wir am Samstagabend um 23:55h Ortszeit gelandet sind. Den Aufenthalt in Atlanta habe ich dafür genutzt, ein bischen Schlaf nachzuholen, der mir auf dem langen Flug leider vergönnt gewesen war. Außerdem habe ich mir einen starken, schrecklich schmeckenden Hustensaft besorgt, da ich leider seit einer Woche völlig erkältet war. Die anderen Teilnehmer stärkten sich währenddessen mit regionalen Speisen und Getränken von Burger King.

Während des Fluges lernten wir noch zwei Holländer kennen, die Freiwilligenarbeit in Peru leisten wollten. Sie suchten noch ein Hostel in Lima, also empfahl ich ihnen, einfach mit uns ins Flying Dog Hostel in Miraflores zu kommen. Ein Fahrer des Hostels holte uns auch vom Flughafen in Lima ab, allerdings war der pick-up Service nicht im Hostelpreis inclusive, so wie ich es eigentlich erwartet hatte. Also wir mussten fünf Dollar pro Person bezahlen- was für Peru etwas überteuert ist.

In Miraflores angekommen, erfuhr ich, dass man unsere Reservierung geändert hatte und wir nicht in unserem Wunschhostel unterkommen konnten- man hatte uns einfach in eine andere Flying Dog-Filiale
umquartiert. Nachdem ich verzweifelt versucht hatte, um 2h morgens den Verantwortlichen ausfindig zu machen, wurden die anderen Teilnehmer, die immernoch im Taxi warteten, verständlicherweise ungeduldig. Da es eh keinen Sinn hatte, weiterzudiskutieren, blieben wir einfach im Flying Dog „Calle Lima“, was sich später als gute Entscheidung herrausstellte.

Das erste Feierabendbier in Lima

Aufgrund des Jetlags und des Lärms des Parque Kennedy, der direkt vor unserem Hostel lag, konnte ich gar nicht erst ans Einschlafen kurz nach unserer Ankunft denken. Es war schließlich Samstagnacht und die Nachtschwärmer aus Miraflores trieben sich noch umher. Also setzten wir uns erstmal an die Bar mit Blick auf auf den Park und genossen unsere ersten ein, zwei, drei Feierabendbiere…

Erste Tage in Lima
Am nächsten Morgen wurde ich nach etwa vier Stunden Schlaf von meinem Kumpel Bastian geweckt, der überraschenderweise schon um acht Uhr in unserem Zimmer stand. Er war ein paar Tage vor uns in Peru gelandet und erzählte mir freudenstrahlend von seinem ersten Sonnenbrand. Allerdings konnte ich diese Informationen nach den Reisestrapazen noch nicht wirklich verarbeiten, was man mir wohl anmerkte, denn nach etwa zehn Minuten war Bastian schon wieder verschwunden.

Kurze Zeit später rief dann ein anderer Kumpel, Marcos, an und hieß mich in Peru willkommen. Danach war an Schlaf nicht mehr zu denken. Außerdem gab es nur bis 10h Frühstück, das im Hostelpreis inbegriffen war, und welches wir nicht verpassen wollten. Also weckte ich die anderen Teilnehmer und wir verbrachten den ersten Tag in Miraflores (mehr…).

Die Projekttage
Am darauffolgenden Tag stand unser erster Projekttag an: der Besuch im Westfalia Kinderdorf (mehr…). Wir wurden von einem Taxi abgeholt und erreichten Cieneguilla, einem Vorort von Lima, in dem das Kinderdorf liegt, gegen 13h. Hier verbrachten wir den ganzen Nachmittag. Zuerst führte uns die Dorfleiterin, Liselotte Schrader-Woyke, über das Gelände und zeigte uns die unterschiedlichen Einrichtungen wie Bäckerei, Gärtnerei, usw. Nach dem zweistündigen Rundgang hatten wir noch Zeit, mit den Kindern (Fußball) zu spielen und sie zu interviewen. Für alle Beteiligten war es ein Riesenspaß und es fiel uns sehr schwer, das Kinderdorf zu verlassen.

Vor der weltbesten Burgerbude: „Full Sanguchón“

Da wir vor der Dunkelheit (18h) mit dem hosteleigenen Taxi wieder in Lima sein mussten, blieb leider keine Zeit mehr, in den Gartenwirtschaften von Cieneguilla zu essen. Stattdessen hielten wir jedoch auf dem Rückweg nach Lima bei der (meiner Meinung nach) besten Burgerbude der Welt: „Full Sanguchón“.

Am nächsten Tag hatte ich endlich mal ein wenig Zeit zum Durchatmen. Es war kein Programmpunkt
festgelegt, also traf ich mich mit unserer ehemaligen Hausangestellten Haydée bei ihrem neuen Arbeitgeber. Die anderen Teilnehmer nutzen den freien Tag für eigene Erkundungen und Shopping in Miraflores.

Mittwochs erwartete uns dann ein weiteres Highlight unseres Lima-Aufenthaltes: die alternative Stadtführung mit dem deutschen Agraringenieur Alois Kennerknecht (mehr…). Dazu wurden wir mittags abgeholt und fünf Stunden lang durch verschiedene (Armen-)Viertel Limas kutschiert. Natürlich gab es immer wieder Pausen, in denen wir Fotos machen konnten, eine Schule besichtigten und über einen Markt spazierten. Außerdem zeigte uns Alois die Begrünungserfolge der Armenviertel durch sein Projekt „Ecosilo-ALKE“.

Fahrten ins Landesinnere
Nach den Projekttagen in Lima war eigentlich ein wenig Entspannung in Lima vorgesehen. Da wir als nächste Programmpunkte jedoch in die Anden, nach Tarma, und darauffolgend in den Hochurwald, nach Chanchamayo, wollten, mussten wir unseren ersten Lima-Aufenthalt etwas verkürzen.

Tarma

Die Hacienda „La Florida“

Also fuhren wir Freitagsmorgens im Bus von Lima nach Tarma. Die 240 Kilometer sind im Auto normalerweise in knapp vier Stunden zu bewältigen- und das, obwohl man den 4800-Meter hohen Bergpass „Ticlio“ passieren muss. Der Bus braucht etwa zwei bis drei Stunden länger. Da wir jedoch einen Busunfall hatten, bei dem aber niemand zu Schaden kam, dauerte unsere Fahrt insgesamt knapp zwölf Stunden. Dazu einige Eindrücke von Christian Grimm (mehr…).

In Tarma angekommen, verbrachten wir den ersten Tag auf der Hacienda „La Florida“, die von meinem
Kumpel Marcos verwaltet wird. Wir wurden hier bestens verpflegt, bekamen drei reichhaltige Mahlzeiten am Tag und hatten etwas Zeit, uns an die 3200 Höhenmeter zu gewöhnen, auf denen die Hacienda liegt. Dies war auch bitternötig, denn am nächsten Tag wagten wir uns zum Ruinentrekking auf 3700 Höhenmeter (mehr…).

Tarmatambo
Trotz der körperlichen Strapazen des Vortages und des schlechten Wetters machten wir am nächsten Tag einen Ausflug nach Tarmatambo (mehr…). Der kleine Ort liegt etwas oberhalb von Tarma und war zu Inkazeiten das administrative Zentrum der Region. Leider verbrachten wir nur vier Tage in Tarma, anstatt der ursprünglich geplanten fünf, und konnten deshalb nicht mehr nach La Oroya, einem der zehn am schlimmsten kontaminierten Orten der Welt.

Chillout im Urwald
Dennoch kam keine Langeweile auf, denn von Tarma aus fuhren wir direkt nach Chanchamayo, auf die von deutschen gegründete Kaffeefarm „La Mosela“ (mehr…). Hier verbrachten wir drei Nächte. Da die Kaffeefarm nicht an das Stromnetz angeschlossen ist, gibt es elektrisches Licht nur für ein paar Stunden pro Tag aus dem Generator. Die restliche Zeit wird mit Petroleumlampen geleuchtet.

Auf „La Mosela“ verbrachten wir einige sehr ruhige Tage, hatten die Möglichkeit, Kaffee zu selektieren, zu rösten und danach selbst zu trinken. Außerdem machten wir einen ausgiebigen Urwaldmarsch und lauschten den spannenden Geschichten des einzigen permanenten „La Mosela“-Bewohners, Tío Carlos Jordan.

Huancayo

Das Haupthaus des „Campamento La Perla“

Nach einem ersten kurzen Wochenende am Strandhaus von Bastian fuhren wir Dienstags nach Huancayo zum „Campamento La Perla“. Diese ehemalige evangelische Missionarsstation wird von meinem Kumpel Andreas verwaltet. Von hier aus unternahmen wir einen Ausflug ins naheliegende Mantaro-Tal, besuchten eines der ältesten Kloster Perus in Ocopa und organisierten einen Theaterworkshop für Schulkinder (mehr…).

Um von Huancayo nach Lima zurückzufahren, nahmen wir den Nachtbus. In Lima angekommen, wurde
Dominiks kleiner Rucksack geklaut, in dem sich der Reisepass, das Rückflugticket sowie MP3-Player und Kamera befanden. Für Dominik und mich bedeutete dies, dass wir den ganzen Tag in Lima rumrennen mussten, um in der Deutschen Botschaft einen neuen Pass zu organisieren und bei Delta Airlines das
Rückflugticket zu bestellen.

Während wir beide diesen besonders heißen Tag in Lima verbrachten, entspannten die anderen Teilnehmer zum zweiten Mal an Bastians Strandhaus (mehr…). Dominik und ich schlossen dann später auf und nach einem Nachtbad im Meer waren wir dann auch motiviert, zu Perus Partystrand Asia, etwa 30km vom Strandhaus entfernt, zu fahren. Hier feierten wir die ganze Nacht zu elektronischer Musik des Holländischen DJs Armin Van Buuren.

Cuzco

Perus touristisches Highlight: Machu Picchu

Nach dem Ende der dritten Woche flogen wir dann montags nach Cuzco, um uns die ehemalige Inka-Hauptstadt sowie Perus touristisches Highlight, Machu Picchu (mehr…), anzuschauen. In Cuzco übernachteten wir im Hostal „The Point“ und hatten Zeit, uns die Stadt anzuschauen. Mitte der Woche fuhren wir mit dem Zug nach Aguas Calientes, am Fuß von Machu Picchu, und starteten am nächsten Morgen unseren Aufstieg zu den Ruinen.

Nach der Woche in Cuzco verabschiedeten wir uns von Anne und Tom, die weiter nach Puno (Titicaca-See) und Arequipa reisten. Dominik und Sophie flogen außerdem schon nach Deutschland zurück und Christian Grimm besuchte Freunde in Argentinien.

Chrischan, Kelte und ich verbrachten die letzten Tage in Peru bei bestem Wetter am Strandhaus von Bastian, der auch mit von der Partie war. Danke nochmals, dass das mit dem Strandhaus geklappt hat, Bastian!

Nach Ostersonntag verbrachten wir noch eine Nacht im „The Piont“-Hostel in Barranco (Lima) und flogen in der Nacht von Montag auf Dienstag um 0:20h von Lima über Atlanta zurück nach Deutschland.

Hört sich spannend an? Du willst bei der nächsten Reise dabei sein? Dann trag dich hier in den Emailverteiler ein (mehr…).

Comments

Comments are closed.